Das Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dazu, privat für einen Notfall präventiv vorzusorgen. Basierend auf diesen Empfehlungen finden Sie im Folgenden eine kompakte Übersicht zur Notfallprävention für Zuhause:


1. Notvorrat: Essen & Trinken

  • Vorräte für mindestens zehn Tage, idealerweise bis zu zwei Wochen.
  • Pro Person: ca. 20 Liter Flüssigkeit (Mineralwasser, Fruchtsäfte)
  • Lebensmittel, die lange haltbar ohne Kühlung und kalt genießbar sind: Konserven, Reis, Nudeln, Trockenlebensmittel etc.
  • Auch Spezialnahrung (z. B. Baby-, Diabetiker-, Tierbedarf) berücksichtigen.
  • Vorräte kühl, trocken, lichtgeschützt und rotierend lagern (ältere Vorräte zuerst verbrauchen). 

 

2. Hausapotheke

Ihre Hausapotheke sollte enthalten:

  • Verbandkasten nach DIN 13164
  • Dauermedikation nach ärztlicher Verordnung
  • Schmerz- & fiebersenkende Mittel, Wanderthermometer
  • Desinfektionsmittel: Haut & Wunden
  • Mittel gegen Erkältung, Durchfall, Übelkeit, Sonnenbrand, Insektenstiche
  • Elektrolytlösung/Salze zur Flüssigkeitsversorgung bei Durchfall

 

3. Dokumentensicherung

  • Eine Notfallmappe oder Tasche, zentral aufbewahrt und allen bekannt, mit:
    • Originale oder beglaubigte Kopien von: Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden, Versicherungsunterlagen, Renten- und Einkommensnachweisen, Testament, Patientenverfügung, Vollmachten etc.
    • Kopien von: Ausweisen, Führerschein, Impfpass, Fahrzeugpapieren, Grundbuch, Mietverträgen, Steuerbescheiden etc.
  • Ergänzende digitale Sicherung (z. B. beim Notar, Familie, Banken oder in Cloud) ist sinnvoll.

 

4. Notgepäck (für Evakuierung oder kurzfristiges Verlassen)

Packliste:

  • Grund Erste Hilfe-Material
  • Reserveausweise, Dokumententasche, Bargeld, Wertsachen
  • Verpflegung (2 Tage)
  • Taschenlampe, batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio mit Batterien
  • Decken oder Schlafsack, Wetterschutzkleidung, Hygieneartikel
  • Utensilien wie Geschirr, Fotoapparat, und ggf. spezielle Sachen für Kinder (SOS-Kapsel)

 

5. Energie, Licht & Kommunikation

Für Strom-, Gas- oder Wasserausfall:

  • Campingkocher + Brennstoff, Grill oder Holzkohle, ggf. Spirituskocher
  • Taschenlampen, Batterien, Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge
  • Petroleumlampen (inkl. Docht & Brennstoff)
  • Warme Kleidung, Decken
  • Bargeld vorrätig halten (bei Handy-Störungen)

 

6. Hygiene

  • Grundausstattung: Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Toilettenpapier, Feuchttücher
  • Handschuhe, Müllbeutel, Desinfektionsmittel
  • Bei langanhaltendem Wasserausfall: zusätzliches Wasser für Waschen, Spülen, Toilettenspülung in Behältern sammeln (z. B. Badewannen, Eimer)

 

7. Informiert bleiben

  • Warn App NINA installieren: sie warnt bundesweit vor Gefahrenlagen und informiert über Notfallverhalten, auch offline nutzbar
  • Rundfunkgerät (UKW/Mittelwelle) mit Batterieversorgung, ggf. Kurbelradios – besonders bei Stromausfall wichtig

 

8. Sicherheit am Haus

  • Rauchmelder installieren und überprüfen
  • Feuerlöscher bereitstellen und routinemäßig prüfen
  • Evakuierungswege freihalten, insbesondere bei Hochwasser
  • Fenster, Türen, Abflüsse abdichten oder mit Sandsäcken sichern
  • Heizöltank gegen Aufschwimmen sichern, elektrische Anlagen abschalten

 

9. Persönlicher Plan & regelmäßige Kontrolle

  • Ratgeber „Meine persönliche Checkliste“ nutzen, um eigene Vorsorge zu planen und regelmäßig zu aktualisieren [Download]
  • Notfall- / Verhaltensplan erstellen: Zuständigkeiten klären, Notrufnummern hinterlegen etc.

 

Warum ist das wichtig?

Diese Vorsorge ermöglicht insbesondere bei Strom-, Wasser- oder Gasausfall die Selbstversorgung über mehrere Tage ohne externe Hilfe. Sie unterstützt effiziente Evakuierung und hilft Hilfeleistungsdienste zu entlasten. Jede Person, die vorbereitet ist, trägt zur Schnelleren Bewältigung von Krisen bei.


Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Landratsamt Augsburg